Primärversorgung

Nicht-ärztliche Gesundheits- und Sozialberufe

Welche Berufsgruppen, außer HausärztInnen, sind Teil der teambasierten Primärversorgung?


VertreterInnen des Gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege sind neben ÄrztInnen der Allgemeinmedizin und ggf. der Kinder- und Jugendheilkunde sowie den OrdinationsassistentInnen Bestandteil des Kernteams einer PVE. 

 

Die Tätigkeiten dieser Diplomierten Gesundheits- und Krankenpflege erweitern die Primärversorgung erstmals um den so genannten Pflegeprozess.
Dazu gehören Erklärung, Beratung und Unterstützung beim täglichen Umgang mit der Erkrankung, aber auch die Förderung der Gesundheitskompetenz, sowie spezielle Pflegemaßnahmen wie z.B. die Wundversorgung. Zusätzlich unterstützt die Diplomierte Pflegeperson die Ärztin oder den Arzt bei diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen.


Das Gesundheits- und Krankenpflegegesetz (GuKG) wurde 2016 novelliert und damit der Tätigkeitsbereich erweitert, der nun im Gesetz sehr explizit dargestellt ist.

 

Weitere Gesundheits- und Sozialberufe werden als erweitertes Team strukturiert in eine PVE eingebunden und machen einen essentiellen Teil der neuen teambasierten Primärversorgung aus. Von dieser Erweiterung profitieren sowohl ÄrztInnen als auch PatientInnen.  


Kernteam


Bezüglich des erweiterten PVE-Teams gibt das Gesetz folgenden Rahmen vor: 

…Angehöriger weitere Gesundheits- und Sozialberufe und Einrichtungen, in denen solche Personen beschäftigt werden, von der Primärversorgungseinheit verbindlich und strukturiert einzubinden. Als solche kommen insbesondere Hebammen. Psychologinnen und Psychologen, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, Angehörige der Gesundheits- und Krankenpflege, die im Medizinische Assistenzberufe-Gesetz und im Medizinischer Masseur- und Heilmasseurgesetz geregelten Berufe und die gehobenen medizinisch-technischen Dienste in Betracht sowie gegebenenfalls die Kooperation mit öffentlichen Apotheken.“ 

§ 2 (3) PrimVG



Welche Gesundheits- und Sozialberufe in den bestehenden PVEs dabei sind, finden sie jeweils in den Informationenzu den bestehenden PVE.


Wie kann die Mitbegründung bzw. Mitarbeit einer PVE geschehen?


In einer PVE, die als Gruppenpraxis gegründet wird, können nur ÄrztInnen Gesellschafter der entsprechenden OG und GmbH sein. Bei Netzwerken in Form von Vereinen und Genossenschaft ist eine Mitgliedschaft im Verein bzw. der Genossenschaft für Vertreter anderer Berufsgruppen nicht ausgeschlossen. 

Die praktische Einbindung von weiteren Berufsgruppen kann je nach PVE unterschiedlich erfolgen: entweder in Form einer Anstellung in einer PVE oder etwa auf Werkvertragsbasis bzw. auf eine andere strukturierte Art. Der Vertragspartner für die Sozialversicherung ist in jedem Fall die Primäversorgungseinheit und nicht der einzelne Gesundheits- oder Sozialberuf.


Welche Aufgaben werden von diesen Gesundheitsberufen erfüllt? 

Grundsätzlich gilt derVersorgungsauftrag für die teambasierten PVE, d.h. er ist durch die in der PVE-tätigen Personen entsprechend Ihres Berufsrechts und der internen Aufgabenaufteilung zu erbringen. Weitere Tätigkeiten der einzelnen Berufsgruppen des erweiterten Teams  können regional vereinbart werden. Die Aufgabenverteilung im PVE-Team und die Prozesse zur Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Berufsgruppen sollte bereits im Rahmen des Versorgungskonzepts erarbeitet werden.


Ein wichtiges Feature der teambasierten Primärversorgung ist dieser Ansatz der inter- und multidisziplinären Zusammenarbeit. Die Kompetenzen aller beteiligten Gesundheits- und Sozialberufe ermöglichen, die PatientInnen bestmöglich und umfassend zu betreuen. Die Praxis hat gezeigt, dass es ein gemeinsames Lernen aller Beteiligten in einem PVE bedarf, um die Kompetenzen und Stärken der jeweils anderen Berufsgruppen besser zu kennen.


Derzeit werden für die nicht-ärztlichen Gesundheits- und Sozialberufe sogenannte ‚Kompetenzprofile für die Primärversorgung‘ von den Bundeszielsteuerungspartnern Bund, Länder und Sozialversicherung erarbeitet, um die Tätigkeitsprofile dieser Berufsgruppen in der teambasierten Primärversorgung zu schärfen und zu verschriftlichen.

Die Standesvertretungen dieser Gesundheits- und Sozialberufe haben Aufgabenvorschläge ihrer Berufsgruppen für die Teambasierte Primärversorgung erarbeitet, die die Sozialversicherung gerne an dieser Stelle zur Information zur Verfügung stellt:

linkDiplomierte Gesunden- und Krankenpflege (258.5 KB)

linkErgotherapie (582.9 KB)

linkPhysiotherapie (170.8 KB)

linkLogopädie (293.9 KB)

linkDiätologie (191.3 KB)

linkHebammen in der Primärversorgung (189.0 KB)